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Darm-Hirn-Achse: Wenn Ern盲hrung und Mikroben das Fortschreiten der Parkinson-Krankheit beeinflussen

  • Luxembourg Centre for Systems Biomedicine (LCSB)
    24 Oktober 2023
  • Kategorie
    Forschung
  • Thema
    Lebenswissenscha鈥媐ten & Medizin

In einer k眉rzlich durchgef眉hrten Studie haben zwei Forschungsgruppen des Luxembourg Centre for Systems Biomedicine (LCSB) der 成人头条versit盲t Luxemburg sowie nationale und internationale Partner zusammengearbeitet, um die Rolle der Ern盲hrung und des Darmmikrobioms beim Fortschreiten der Parkinson-Krankheit zu untersuchen. Ihre Ergebnisse, , zeigen, dass ein Mangel an Ballaststoffen und ein bestimmtes bakterielles Protein die Krankheit verschlimmern k枚nnen. Dies zeigt somit auch die Wichtigkeit eines angepassten Lebensstils f眉r Menschen mit Parkinson auf.

Die Parkinson-Krankheit ist eine neurologische Erkrankung, die durch den Verlust bestimmter Nervenzellen im Gehirn und die Aggregation eines menschlichen Proteins namens 伪-Synuklein gekennzeichnet ist. Obwohl mehrere Risikofaktoren f眉r die Krankheit bekannt sind, ist noch unklar, welche Faktoren den Krankheitsverlauf beeinflussen. In diesem Zusammenhang haben Forscher der LCSB-Gruppen Systems Ecology und Neuropathology ihre jeweiligen Kompetenzen geb眉ndelt, um die Auswirkungen von Ern盲hrung, Zusammensetzung des Darmmikrobioms und von diesen Mikroorganismen freigesetzten Proteinen in einem Mausmodell der Parkinson-Krankheit zu untersuchen.

„Durch eine Reihe von Tests haben wir festgestellt, dass eine bestimmte transgene Mauslinie, die wesentliche Merkmale der Parkinson-Krankheit nachbildet, ein geeignetes Modell ist, um den Einfluss von Umweltfaktoren wie der Ern盲hrung auf den Krankheitsverlauf zu untersuchen“, erkl盲rt , der die Studie im Rahmen seiner Doktorarbeit in den beiden Forschungsgruppen durchgef眉hrt hat. „Diese M盲use 眉berexprimieren das Protein 伪-Synuklein, was zu einem progressiven Auftreten der motorischen Symptome f眉hrt, genau wie bei den betroffenen Menschen.“

Erhielten die transgenen M盲use eine ballaststoffarme Di盲t, nahm die mikrobielle Vielfalt in ihrem Darm ab. Vor allem die Bakterien, die mit neuroprotektiven Funktionen in Verbindung gebracht werden, nahmen ab, w盲hrend Bakterienarten, die sich von der Schleimschicht des Darms ern盲hren, zunahmen. Dies f眉hrte zu einer Ausd眉nnung der 盲u脽eren Schleimschicht im Dickdarm. „Der Schleim wirkt wie eine physische Barriere gegen Krankheitserreger. Kommt es durch Ver盲nderungen in der Darmflora zu einer ausged眉nnten Schleimschicht, k枚nnte diesen Krankheitserregern den Zugang zu den tieferen Schichten des Darms und insbesondere den darin vorkommenden Nervenzellen erleichtern“, erkl盲rt Prof. Paul Wilmes, Leiter der Forschungsgruppe Systems Ecology.

Die Integrit盲t der Darmbarriere, die bereits durch einen Mangel an Ballaststoffen beeintr盲chtigt ist, wird weiter geschw盲cht, wenn der Darm neben der unausgewogenen Ern盲hrung auch dem Curli-Protein ausgesetzt ist. Dieses wird von Bakterien wie Escherichia coli produziert, kommt h盲ufig bei Parkinson-Patienten vor und kann die Aggregation von menschlichem 伪-Synuklein weiter beschleunigen. So f眉hrte die Anwesenheit von Curli auch bei transgenen M盲usen zu einem Anstieg der 伪-Synuklein-Aggregate in den peripheren Nerven, die den Dickdarm durchziehen. „脺berraschenderweise konnten wir feststellen, dass sich dieser Prozess nicht nur den Darm, sondern auch das Gehirn beeinflusst“, so Prof. Wilmes weiter.

Die Forscher des Neuropathology-Teams untersuchten daraufhin, wie sich diese kombinierte Behandlung auf die motorischen F盲higkeiten und die Neuropathologie der transgenen M盲use auswirkt. Sie stellten zun盲chst fest, dass die motorischen Defizite bei den M盲usen, die dem Curli-Protein und einer ballaststoffarmen Di盲t ausgesetzt waren, verst盲rkt wurden, da sie im Laufe der Zeit eine verminderte Koordinationsf盲higkeit aufwiesen. Ebenso war die Aggregation von 伪-Synuklein in ihren Gehirnen st盲rker ausgepr盲gt. „Als wir den Verlust von Nervenzellen im Gehirn dieser M盲use bewerteten, sahen wir, dass Curli in Kombination mit einer reduzierten Ballaststoffzufuhr die Neurodegeneration in diesem Parkinson-Modell f枚rderte“, erkl盲rt Dr. Manuel Buttini, Forscher in der von Prof. Michel Mittelbronn geleiteten Forschungsgruppe.

Die Autoren beschreiben einen m枚glichen Mechanismus, der dabei eine Rolle spielen k枚nnte: „Um unsere Ergebnisse zu erkl盲ren, schlagen wir folgende Abfolge von Ereignissen vor: Ein chronischer Mangel an Ballaststoffen f眉hrt zu einer Ver盲nderung der Mikrobenpopulation im Darm. Dies f眉hrt zu einer verminderten Schleimschicht und zu einer erh枚hten Durchl盲ssigkeit der Darmwand, wodurch Krankheitserregern leichter eindringen k枚nnen. Wenn dadurch den Nervenzellen im Darm insbesondere Proteinen wie Curli vermehrt ausgesetzt sind, f枚rdert dies die Aggregation von 伪鈥慡ynuklein in Nervenzellen des Darms und auch im Gehirn, was zu verst盲rkter Neurodegeneration und motorischen Defiziten f眉hrt.“

Die Studie liefert wichtige Erkenntnisse dar眉ber, wie Umweltfaktoren wie die Ern盲hrung und ihre Auswirkungen auf das Darmmikrobiom das Fortschreiten der Parkinson-Krankheit 眉ber die Darm-Hirn-Achse beeinflussen k枚nnen. Sie zeigt auch m枚gliche Auswirkungen einer Anpassung des Lebensstils f眉r Patienten auf. Einfache Ma脽nahmen wie eine ausgewogene Ern盲hrung und ein kontrollierter Einsatz von Antibiotika, um die Vermehrung der Bakterien, die das Curli-Protein produzieren, nicht zu f枚rdern, k枚nnten dazu beitragen, das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen.

Referenz: Kristopher J. Schmit, Pierre Garcia, Alessia Sciortino, Velma T.E. Aho, Beatriz Pardo Rodriguez, M茅lanie H. Thomas, Jean-Jacques G茅rardy, Irati Bastero Acha, Rashi Halder, Camille Cialini, Tony Heurtaux, Irina Ostahi, Susheel B. Busi, L茅a Grandmougin, Tuesday Lowndes, Yogesh Singh, Eric C. Martens, Michel Mittelbronn, Manuel Buttini & Paul Wilmes , , Cell Reports, 26 September 2023.

DOI:

Finanzierung: Dieses Projekt wurde vom Europ盲ischen Forschungsrat (ERC) im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon 2020 der Europ盲ischen 成人头条on gef枚rdert (Finanzhilfevereinbarung Nr. 863664, P. Wilmes). Weitere Unterst眉tzung kam vom Luxembourg National Reseach Fund (FNR) (M. Buttini, K.J. Schmit, P. Wilmes) und der Jean Think Stiftung (Luxemburg) (M. Buttini).

Bildnachweis oben: Dr. Kristopher Schmit

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