Thema
Wir befinden uns in einem Spannungsfeld zwischen bedeutenden wissenschaftlichen und technischen Errungenschaften, denen kaum Grenzen gesetzt zu sein scheinen, und einem tiefen Zweifel an ihrem moralischen, sozialen und anthropologischen Fortschritt; in Anbetracht vor allem einer Gewalt, ja Barbarei, die wir l盲ngst als 眉berwunden zu haben glaubten. Auch wenn einige sie als 芦 vorgeschichtlich 禄 bezeichnen, l盲sst sich leicht zeigen, erstens dass sie in regelm盲脽igen Abst盲nden in die Geschichte einbricht und dort f眉r einen Umbruch sorgt; zweitens, dass sie ein untr眉gliches Zeichen daf眉r ist, dass wir mitten in einem solchen begriffen sind, ohne dass wir sein ganzes Ausma脽 bereist 眉berblicken k枚nnen.
Wenn ich zeigen m枚chte, dass es keinen Aufbruch ohne Umbruch, keinen Progress ohne Regress gibt, dann gehe ich auch von meiner klinischen Arbeit aus, die ich nicht losgel枚st von ihrem sozialen Umfeld und ihren politischen Folgen betrachten m枚chte. Es handelt sich dabei nicht um einen nat眉rlichen Vorgang, sondern um die gr枚脽te Herausforderung, die sich f眉r jede Epoche, jede Generation, sowohl f眉r den Einzelnen als auch die Allgemeinheit, stellt. Immer wieder sind die h枚chsten kulturellen G眉ter einer gro脽en Bedrohung ausgesetzt, woraufhin sie nicht unbedingt verschwinden, sondern wieder neu erfunden werden m眉ssen. Dem Neuen kommt somit eine hervorragende sowohl epistemische als auch ethische Bedeutung zu, die f眉r das Individuum und die Gesellschaft gleicherma脽en gilt.
Referent
Dr. Andr茅 Michels
Psychoanalytiker und Psychiater
Kontakt
Dr. Jean-Marie Weber
Assistenzprofessor (in Rente) und Psychoanalytiker, 成人头条versit盲t Luxemburg
Der Vortrag findet im Rahmen der Reihe Fortschritt und Regression in unserer Gesellschaft statt. Die Vortragsreihe wird organisiert von der Arbeitsgruppe ‚Humanities & Religion‘ der 成人头条versit盲t Luxemburg. Zu den Mitgliedern der Gruppe geh枚ren Gerhard Beesterm枚ller, Jean Braun, Roger Davids, Ren茅 Gonner, Peter Voss und Jean-Marie Weber.
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